Was ist Europa – ein geografischer Raum, eine Wertegemeinschaft oder eine politische Idee? Ausgehend von Larry Wolffs Konzept der „Erfindung Osteuropas“ untersucht das Seminar, wie „Europa“ immer wieder neu gedacht und seine Grenzen – kulturell wie politisch – verhandelt werden.
Im Fokus stehen intellektuelle Entwürfe des 20. und 21. Jahrhunderts: die Idee Mitteleuropas und ihre Wandlungen – von den Dissidenzbewegungen der 1980er Jahre bis zu den postsowjetischen Neuausrichtungen jener Länder, die lange als „östlich“ galten. Wir diskutieren Essays von Autor*innen wie Milan Kundera, György Konrád und Czeslaw Milosz, die Fragen nach Ost und West, Zentrum und Peripherie aufwerfen und Debatten über Identität und Zugehörigkeit anstoßen.
Seit der „Zeitenwende“ von 2022 gewinnen alte Fragen neue Dringlichkeit: Welche Werte tragen das europäische Projekt? Und welche Vorstellungen von Europa prägen Länder wie die Ukraine, Polen oder Deutschland heute? Das Seminar lädt zu interdisziplinärem Denken und offener Diskussion ein. Gemeinsam erkunden wir, wie „Europa“ in Texten, Diskursen und Krisen immer wieder neu erfunden wird.
Die Seminarquellen werden zu Beginn des Semesters bei Moodle zur Verfügung gestellt.
Präsentation, Thesenpapier oder Hausarbeit (je nach Modulanforderung und Absprache)
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