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Heldinnen, Rächerinnen, Mörderinnen: Tötende Frauen in der mittelhochdeutschen Literatur - Einzelansicht

Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester SoSe 2026
Einrichtung Institut für Germanistik   Sprache deutsch
Belegungsfrist 01.04.2026 - 10.05.2026

Belegung über PULS
Gruppe 1:
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    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson Ausfall-/Ausweichtermine Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Seminar Mi 10:00 bis 12:00 wöchentlich 15.04.2026 bis 22.07.2026  1.09.2.15 Prof. Dr. Philipowski   30
Kommentar

Im Heldenepos ist es ganz selbstverständlich, dass Männer töten und dadurch Ehre erlangen: Sie töten im Krieg und im Zweikampf. Ihre Gewalt ist weitgehend entproblematisiert und heroisiert. Der Artusroman kennt eine andere Form der Gewalt: Turnier und Zweikampf. In beiden Fällen, also im Heldenepos wie im Artusroman, wird Ansehen und Identität von Männern durch Gewaltausübung erlangt.

Allerdings gibt es in der mittelhochdeutschen Literatur immer wieder auch Frauen, die kämpfen und töten: Zum Beispiel Amazonen, die auf dem Schlachtfeld töten (wie Camilla im Eneasroman). Doch das sind große Ausnahmen. Wenn Frauen töten, geht es, anders als bei den tötenden Helden, selten um Ehre: Die alttestamentliche Judith tötet, um ihr Volk vor einem Tyrannen zu retten, Medea und Kriemhild töten aus Rache und die Gräfin in Heinrich Kaufringers Erzählung von der 'unschuldigen Mörderin' räumt skrupellos alle aus dem Weg, die ihre Ehe mit dem Königssohn hintertreiben. Anders als Männer töten Frauen auch sich selbst: Weil sie verlassen wurden wie Dido oder weil sie entehrt wurden wie Brynhild und Lucretia. Es zeichnet sich ab, wie geschlechtsspezifisch die Gewalt ist, die Frauen gegen sich und andere wenden. Wie die jeweiligen Texte von den Frauenfiguren erzählen, die töten, wie sie ihre Gewalt darstellen, begründen und bewerten, das wollen wir in diesem Seminar gemeinsam untersuchen.

Leistungsnachweis

 

Tafelbild oder Protokoll


Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2026 , Aktuelles Semester: WiSe 2026/27