Die klassische Deutung der Revolution von 1848/49 in Deutschland als gescheiterte „bürgerliche“ Revolution und Zeugnis für den Sieg des Ancien Regime und seiner traditionellen Eliten ist in die Kritik geraten. Besonders mit Blick auf die Ereignisse in anderen europäischen Ländern wird nun die Vielfältigkeit der Revolution betont. Neue Charakterisierungen, z.B. als Kommunikationsrevolution und Eckpunkt der Demokratiegeschichte stehen nun im Vordergrund. Die Lehrveranstaltung wird sich zunächst mit den Ursachen und dem Ausbruch der Revolution beschäftigen. Dabei geht es um europäische Hauptstädte wie Paris, Berlin und Wien, aber auch um die Unruhen auf dem Land. In einem zweiten Teil stehen Akteure und Akteurinnen sowie die neuen Institutionen im Mittelpunkt, v.a. die Parlamente in Berlin und Frankfurt a.M. und die rasch expandierende Medienvielfalt der Zeitungen und Flugschriften. Schließlich geht es um das Ende der Revolution, besonders um die Rolle des Militärs. Im Zusammenhang der Geschichte von Migration behandeln wir aber auch Flucht und Exil.
Literatur: Helmut Bleiber u.a. Hg., Akteure eines Umbruchs. Männer und Frauen der Revolution 1848, Berlin 2003; Manfred Botzenhart, 1848/49: Europa im Umbruch, Paderborn 1998; Andreas Fahrmeir, Revolutionen und Reformen. Europa 1789-1850, München 2010; Uwe Puschner, Frank Lorenz Müller, Die Revolution von 1848/49, Darmstadt 42012; Wolfram Siemann, Die deutsche Revolution von 1848/49, Frankfurt/M. 1985; Jonathan Sperber, The European Revolutions, 1848-1851, Cambridge 1998.
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