Die Geschichte der Hohenzollern wird häufig als Geschichte ihrer Kurfürsten, Könige und Kaiser erzählt. In der Vorlesungsreihe werden bewusst Frauen in den Mittelpunkt gerückt, die das Haus Brandenburg über Jahrhunderte hinweg entscheidend mitgeprägt hatten – oft jenseits der großen Schlachten und Staatsverträge, aber nicht minder wirksam. Im Fokus stehen die vielfältigen Netzwerke, in denen die Ehefrauen und Töchter der Hohenzollernherrscher agierten: familiäre, dynastische, höfische und politische Verflechtungen, die weit über Brandenburg und Preußen hinausreichten. Heiratsstrategien und dynastische Politik werden dabei als zentrale Instrumente weiblicher Macht sichtbar, mit denen Bündnisse gestiftet, politische Spielräume eröffnet und kulturelle Transfers ermöglicht wurden. In der Vorlesung wird zudem auf die Rolle der Frauen am Hof fokussiert – als Beraterinnen, Regentinnen, Mäzeninnen und Mitgestalterinnen der Formen dynastischer Repräsentation, nicht zuletzt aber auch in ihrer Rolle im familiären Alltag: Mutterschaft, Kindererziehung und die Vermittlung von Werten, Normen und Herrschaftsvorstellungen als Grundlagen für dynastische Kontinuität. Anhand von Biographien wird so deutlich, wie die Frauen der Hohenzollern Macht ausübten, Politik beeinflussten und Geschichte formten – oft subtil, aber ebenso oft auch nachhaltig.
Bei der Vorlesung handelt es sich um eine Kooperation mit der Brandenburgischen Historischen Kommission und dem Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte (Am Neuen Markt 9), wo die einzelnen Vorlesungen stattfinden (nicht an der Universität!!!). Die Veranstaltung ist auch geöffnet für ein historisch interessiertes Publikum.
Matthias Schnettger, Weibliche Herrschaft in der Frühen Neuzeit. Einige Beobachtungen aus verfassungs- und politikgeschichtlicher Sicht, in: zeitenblicke 8 (2009), Nr. 2 [30.06.2009], URL: http://www.zeitenblicke.de/2009/2/schnettger/index_htm
Regina Schulte (Hg.), Der Körper der Königin. Geschlecht und Herrschaft in der höfischen Welt, Frankfurt am Main/New York 2002
Helen Watanabe-O‘Kelly, Projecting imperial power. New nineteenth-century emperors and the public sphere, Oxford 2021
Die Veranstaltung findet in Form einer Ringvorlesung im Brandenburg Museum für Zukunft, Gegenwart und Geschichte (Am Neuen Markt 9) statt, also nicht an der Universität!!! Sie ist nicht nur für Studierende, sondern auch für ein interessiertes Publikum geöffnet.
Sprechstunde:
Asche: Mittwoch 12:30–13:30 Uhr (Raum 1.11.112)
Stundenprotokoll zu zwei Vorlesungen (jeweils eines zu Mittelalter bzw. Frühe Neuzeit und eines zum 19./20. Jahrhundert im Umfang von insgesamt ca. 10 Seiten, 1½-zeilig; Abgabe bis spätestens 30. September 2026)
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