Hinweis zur Teilnahme
Die Teilnahme an der Veranstaltung ist erforderlich, da hier die Projektarbeit startet und wesentliche Grundlagen für den weiteren Verlauf gelegt werden. Eine Teilnahme zu einem späteren Zeitpunkt ist daher nicht möglich.
Bitte beachten Sie bei Ihrer Semesterplanung, dass die Abschlusspräsentationen gegen Ende der Vorlesungszeit, u. a. auch an einem Samstag (18.07.26) stattfinden. Verbindliche Termine entnehmen Sie dem Seminarplan, der in der ersten Veranstaltung vorgestellt wird.
Kollektive Identitäten im Fokus – Forschungsprojekte zu Dynamiken, Konflikten und Ressourcen
Wir sind die Studierenden einer Universität, die sich als „Campus-Community” verstehen, mit eigenen Traditionen, Fachschaftskulturen und Insider-Witzen. Wir sind Lehrkräfte, die sich als Profession mit einem gemeinsamen Bildungsauftrag begreifen und in Kollegien, Gewerkschaften und Berufsverbänden ihre Stimme finden. Wir sind eine Religionsgemeinschaft, die über Feste, Symbole, Erzählungen und Gebote eine gemeinsame Lebensform gestaltet. Wir sind eine queere Community, die in Pride-Paraden, Safe Spaces und Online-Foren Zugehörigkeit, Schutz und Sichtbarkeit erfährt. Wir sind Migrant:innen der zweiten oder dritten Generation, die zwischen Sprachen, kulturellen Codes und Erwartungen navigieren. Wir sind Nutzer:innen bestimmter digitaler Plattformen, Gaming-Communities oder Fandoms, die über Memes, Hashtags und Avatar-Stile wissen, wer „dazugehört” und wer nicht. Wir sind Angehörige einer Generation – „wir Millennials”, „wir Gen Z” –, von der behauptet wird, sie habe typische Einstellungen zu Arbeit, Technik, Politik oder Familie. Wir sind auch „wir Frauen”, „wir Männer”, „wir Nicht-Binären”, die in unterschiedlichen Kontexten als kollektive Identitäten angerufen werden – sei es in politischen Debatten, in Werbekampagnen oder in sozialen Bewegungen. Wir sind „wir aus dem Osten” oder „wir aus dem Westen”, wenn biografische Erfahrungen nach 1989/90 in Deutschland in Erzählungen von Zugehörigkeit und Ungleichheit übersetzt werden. Wir sind „wir Akademiker:innen”, „wir Arbeiterkinder”, „wir Bildungsaufsteiger:innen”, wenn Bildungswege zu identitätsstiftenden Unterscheidungen werden.
Wer aber sind „wir” – und wer sind „die anderen”? Kollektive Identitäten, wie sie sich in den o.g. Phänomenen zeigen, prägen Zugehörigkeit, Abgrenzung und gesellschaftliche Aushandlungsprozesse. Sie entstehen im Zusammenspiel von individueller Entwicklung, sozialer Einbettung und kollektivem Gedächtnis – und zeigen sich in Phänomenen wie Ingroup-Outgroup-Denken, Radikalisierung, Identitätsbedrohung oder digitalen Communities.
Was ist (kollektive) Identität aus psychologischer und religionswissenschaftlicher Perspektive und welche Bedeutung spielen derartige Phänomene für fachdidaktische und unterrichtspraktische Fragestellungen? Wie entstehen individuelle soziale und kollektive Identitäten? Welche Dynamiken fördern Polarisierung – und welche stärken Dialogfähigkeit oder Zusammenhalt? Und wie lassen sich diese Fragen für Lehr-Lernprozesse im LER-Unterricht fruchtbar machen?
Ziel des Projektkurses ist es, kollektive Identitätsphänomene wissenschaftsbasiert zu analysieren. Nach thematischen Einstiegen aus Psychologie, Religionswissenschaft und Fachdidaktik entwickeln Sie in Kleingruppen (4 Personen) eine eigene Forschungsfrage, erarbeiten eine geeignete Methodik, führen Ihr Projekt durch, dokumentieren dabei kontinuierlich Ihre Forschungsreise und präsentieren Ihre Ergebnisse.
Ergänzend verfassen Sie ein individuelles Lerntagebuch zur Reflexion Ihrer fachlichen und professionellen Entwicklung.
Bitte beachten Sie bei Ihrer Semesterplanung, dass die verbindlichen Abschlusspräsentationen gegen Ende der Vorlesungszeit, u. a. auch an einem Samstag (18.07.26) stattfinden. Alle verbindlichen Termine entnehmen Sie dem Seminarplan, der in der ersten Veranstaltung vorgestellt wird.
Durchführung, Dokumentation und Präsentation eines Projekts in einer Gruppe.
© Copyright HISHochschul-Informations-System eG