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Zwergenwelten: Laurin und Walberan - Einzelansicht

Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester SoSe 2026
Einrichtung Institut für Germanistik   Sprache deutsch
Belegungsfrist 01.04.2026 - 10.05.2026

Belegung über PULS
Gruppe 1:
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    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson Ausfall-/Ausweichtermine Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Seminar Mo 14:00 bis 16:00 wöchentlich 13.04.2026 bis 20.07.2026  1.09.2.15 Prof. Dr. Klinger   30
Kommentar

Um die beiden Zwergenfürsten Laurin und Walberan rankt sich im späten 13. Jahrhundert eine zweiteilige Erzählung, die zur 'aventiurehaften' Dietrichepik gerechnet wird. Anders als die 'historische' Dichtung um Dietrich von Bern sind diese Texte durch Elemente des Wunderbaren und Abenteuerlichen, durch Fiktionalisierung und Einflüsse der höfischen Literatur geprägt. Im Laurin, ergänzt um den Walberan-Teil, zeigt sich diese Umgestaltung der heldenepischen Gattung ebenso prägnant wie exemplarisch: Abenteuerlust führt Dietrich und seine Gefährten zum Rosengarten des Zwergenkönigs Laurin sowie in dessen unterirdisches Reich. Diese paradiesähnliche Sphäre eröffnet Blicke auf eine vollendet höfische (Zwergen-)Kultur, bietet aber auch magische Objekte sowie vielfältige Anlässe für Irritationen und Konflikte. So hat Laurin die adlige Künhilt (die Schwester Dietleibs, eines Dietrich-Gefährten) entführt, um sie zu heiraten. Als ihre Befreiung an der Überlegenheit zwergischer Magie zunächst scheitert, ergreift Künhilt selbst die Initiative zur Rettung. Am Ende ist Laurin seiner magischen Macht beraubt, lässt sich taufen und lebt als Dietrichs Freund an dessen Hof. Die Fortsetzung dieser Erzählung im Walberan eröffnet den Konflikt zwischen Helden und Zwergen erneut, indem der aus dem Orient stammende Walberan, Laurins Verwandter, Dietrich den Krieg erklärt.

Spannungsreich wird die Doppelerzählung durch die Kombination von heroisch-feudalen Konzepten und Verhaltensmustern — wie etwa Ehre, Treue, eskalierende Gewalt — mit den Vexierspielen der Magie, mythischen Versatzstücken und höfischem Glanz. Das Seminar konzentriert sich daher einerseits auf typische Phänomene des heldenepischen Erzählgenres und die Ambivalenzen ihrer Heroen, andererseits auf die Transformation der Gattung durch Abenteuerliches aus der fremdartigen Zwergenwelt. Insbesondere soll untersucht werden, wie Laurin und Walberan die mythische Aura des Zwergs und seine magischen Potenziale für die Weiterentwicklung abenteuerlichen Erzählens im Spätmittelalter nutzen.

Literatur

Textgrundlage: Laurin. Hrsg. von Hendrikje Hartung, Jan K. Hon, Florian Kragl und Ulf Timmermann. (Relectiones 4) Stuttgart: Hirzel 2016.

Leistungsnachweis

Teilnahme + Testat: kurze schriftliche Ausarbeitung (4 Seiten), in Gruppenarbeit: Thesenpapier und Umsetzung einer Seminarpräsentation (90 Minuten)


Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2026 , Aktuelles Semester: WiSe 2026/27