Mit dem aus dem Neuen Testament entlehnten Begriff »Charisma« bezeichnete Max Weber im Rahmen seiner Herrschaftssoziologie die außeralltäglich angenommene Qualität einer Persönlichkeit, um derentwillen sie als mit übernatürlichen oder außeralltäglichen Kräften oder Eigenschaften oder als gottgesandt angesehen wird und sich dadurch für die Führerschaft einer Gemeinschaft auszeichnet. Innerhalb der Religionsgeschichte lassen sich sowohl in der Vergangenheit aber auch in der Gegenwart zahlreiche Beispiele finden, die dem Charismabegriff von Weber zu entsprechen scheinen, so etwa die Heilige und Päpste im Christentum, die Imame des schiitischen Islam, die chassidischen Rebbes im Judentum, die hinduistischen Gurus oder der Dalai Lama. Diese sollen im Rahmen des Seminars eingehender untersucht werden.
Günter Kehrer: Art. Charisma, in: Handwörterbuch religionswissenschaftlicher Grundbegriffe, Bd. 2, hg. v. Hubert Cancik, Burkhard Gladigow und Matthias Laubscher, Stuttgart u.a.1990, S. 195-198;
Das Charisma. Funktionen und symbolische Repräsentationen, hg. von Pavlina Rychterová, Stefan Streit und Raphaela Veit, Beiträge zu den Historischen Kulturwissenschaften Bd. 2, Berlin 2008;
Michael Stausberg: Die Heilsbringer. Eine Globalgeschichte der Religionen im 20. Jahrhundert, München 2020.
Kurzreferat oder Essay
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