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Gewalt in den internationalen Beziehungen - Einzelansicht

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Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 119091
SWS 2 Semester SoSe 2026
Einrichtung Sozialwissenschaften   Sprache deutsch
Belegungsfrist 01.04.2026 - 10.05.2026   
Gruppe 1:
     Zur Zeit keine Belegung möglich
    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson Ausfall-/Ausweichtermine Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Seminar Do 12:00 bis 14:00 wöchentlich 16.04.2026 bis 23.07.2026  3.07.0.39 Dr. Giesen   25
Kommentar

Gewalt ist seit Jahrhunderten ein zentrales Thema der internationalen Beziehungen. Das Spektrum reicht von Kriegen zwischen Staaten, über koloniale Expansionen, innerstaatliche Kriege und Rebellionen bis hin zu global verbreiteter zwischenmenschlicher und menschenrechtsverletzender Gewalt. Dieses Seminar zielt darauf ab, die verschiedenen Formen von Gewalt in den internationalen Beziehungen zu erfassen und Ansätze zur Sicherung des Friedens zu erkunden. Dafür werden wir ihre Ursachen analysieren und Lösungen zur Eindämmung ihrer Auswirkungen und ihres Einflusses auf Gesellschaften skizzieren. Zusätzlich beschäftigen wir uns mit Ansätzen unterschiedlicher Forschungsdesigns, um zentrale Fragen zu Gewalt und Sicherheit in den internationalen Beziehungen beantworten zu können. Wir konzentrieren uns auf drei Arten: (1) zwischenstaatliche Gewalt, (2) einseitige staatliche Gewalt (bspw. koloniale Gewalt oder Bürgerkriege) und (3) nichtstaatliche Gewalt (bspw. Terrorismus oder schwere transnationale Menschenrechtsverletzungen). Für jeden Abschnitt untersuchen wir theoretische Erklärungen und analysieren empirische Ergebnisse basierend auf diesen Ansätzen. Theoretische Diskussionen helfen, Ursachen und Strategien zu verstehen, um gewaltsame Ausbrüche zu beenden und ihre Auswirkungen auf Gesellschaften und Individuen zu mildern. Empirische Forschungsergebnisse liefern spezifische Einblicke in die Nutzung von Gewalt durch internationale Akteure in den internationalen Beziehungen und in die effektiven Maßnahmen, um Ausbrüche zu verhindern und Hilfe zu leisten. Am Ende des Seminars werden erfolgreiche Studierende über fortgeschrittenes Wissen zu theoretischen Erklärungen verschiedener Arten internationaler Gewalt und bedeutende empirische Erkenntnisse basierend auf der aktuellen wissenschaftlichen Literatur verfügen.

Aufbau

Mein zentrales Argument im Kurs ist, dass Ursachen und Auswirkungen verschiedener Arten internationaler Gewalt systematisch miteinander verbunden sind und vor dem Hintergrund institutioneller Faktoren auftreten. Gewalt geschieht nicht einfach und ist nicht das Ergebnis von „Unterentwicklung”, „geschichtlichen Mängeln” oder schlechtem persönlichem Charakter individueller Persönlichkeiten. Das Hauptziel des Kurses ist es, einen Überblick über wesentliche theoretische und empirische Studien zu geben, die uns helfen, die systematischen institutionellen Faktoren und Bedingungen zu verstehen, die zu verschiedenen Arten internationaler Gewalt führen. Zudem werden wir uns Techniken des wissenschaftlichen Fragestellens und Forschungsdesigns erarbeiten, um auf dieser Grundlage weiterführende Fragen zu stellen. Damit soll die Literatur nicht nur entscheidendes Wissen über bestimmte Dimensionen internationaler Gewalt bereitstellen, sondern auch als Einstieg für die Entdeckung weiterer Literatur und eigener Untersuchungen dienen.

Nach einem einführenden Block beschäftigen wir uns zuerst mit Techniken des wissenschaftlichen Fragens und des Forschungsdesigns. Danach widmen wir uns den drei oben genannten Dimensionen internationaler Gewalt und Sicherheit. In einer abschließenden Sitzung besprechen wir zusammen die Ideen für Arbeiten zur Modulprüfung. Die verschiedenen Themenblöcke und das Lesematerial sind im gesamten Kurs miteinander verbunden, und wir werden die individuelle Studienzeit sowie die Kursdiskussionen der Erkundung dieser Verbindungen widmen. Der Fokus auf Forschungsfragen zu Beginn des Kurses liefert den methodischen Hintergrund für diese Übung und sollte die Studierenden dabei unterstützen, am Ende des Semesters eine eigenständige Forschungsarbeit zu erstellen.

Ablauf

Die Lernphasen des Seminars finden sowohl individuell (asynchron) in der Vor- und Nachbereitung als auch gemeinsam (synchron) während der Präsenzsitzungen statt (synchron). Für die Vorbereitung der Texte und weiterer Inhalte finden Sie Aufgaben und Fragestellungen auf Moodle. Dort sammeln wir ebenso die gemeinsamen Ergebnisse unserer Arbeit während der Sitzungen. Die individuelle Lernphase können Sie nach Ihren Lernarten strukturieren. In den Präsenzsitzungen arbeiten wir vor allem mit Diskussionen und Arbeitsgruppen in wechselnden Formaten und Größen. Diese Phasen werden durch Inputs des Dozenten und stellenweise von Studierenden ergänzt. Referate oder Präsentationen zu einzelnen Themen wird es nicht geben. Vielmehr erarbeiten Studierende zu einzelnen Sitzungen Memos, die einen oder mehrere Texte reflektieren. Die Memos werden mit genügend Vorbereitung vor der jeweiligen Sitzung verteilt und dienen als Diskussions- und Arbeitsgrundlage für die Präsenzsitzung. Die Memos sind unbenotet und dienen zusätzlich als Übung für das Portfolio sowie als Leistungsnachweise (Teilnahmeschein).

Bemerkung

Allgemeine Informationen: Für alle benoteten und unbenoteten Arbeiten im Seminar gelten die Standards der Universität und des Lehrstuhls für sauberes, wissenschaftliches Arbeiten. Wenn Sie bei Ausarbeitungen, Abgaben und insbesondere bei der Modulprüfung Künstliche Intelligenz verwenden, müssen Sie dies (wie alle anderen Hilfsmittel) explizit angeben (bspw. für jeden Absatz, den Sie mit KI erstellt oder bearbeitet haben). Verstöße sind ebenso nicht mit den Standards des wissenschaftlichen Arbeitens vereinbar und führen zum Nichtbestehen. Des Weiteren ist dieser Seminarplan ein lebendes Dokument und kann sich im Laufe des Semesters und in der Zusammenarbeit mit den Studierenden noch verändern. Aktuelle Abläufe und Lernmaterialien finden Sie immer auf Moodle.

Voraussetzungen

Das Seminar und die Prüfungs(neben)leistungen finden auf Deutsch statt; die Mehrzahl der Literatur wird jedoch auf Englisch sein. Studierende sollten grundlegende Vorkenntnisse zu Theorien in den Sozialwissenschaften und vorzugsweise in den Politikwissenschaften und Internationalen Beziehungen sowie einen grundlegenden Überblick über internationale Ereignisse (auf Basis des Vorstudiums) besitzen. Ein grundlegendes Interesse an komplexen theoriegeleiteten Texten mit empirischen Untersuchungen sowie ein Interesse an der Analyse internationaler Phänomene sind für die Motivation während des Semesters zudem hilfreich. 

Leistungsnachweis

Für die Modul-Prüfungsleistung schreiben die Studierenden entweder eine Seminararbeit oder stellen ein dreiteiliges Portfolio zusammen (abhängig von individuellen Präferenzen und der Studienordnung). In der Seminararbeit bearbeiten die Studierenden theoriegeleitet eine empirische Fragestellung. Der Umfang entspricht den Vorgaben der jeweiligen Studienordnung für eine Seminararbeit. Die Arbeit sollte eine klare Fragestellung und ein erkenntnisreiches Argument, einen Literaturbericht, eine theoretische Begründung des Arguments, ein erkenntnisgetriebenes Forschungsdesign und eine empirische Untersuchung samt Zusammenfassung beinhalten. 

Die einzelnen Teile des Portfolios können sich mit unterschiedlichen Fragestellungen des Seminars befassen. Der erste Teil ist ein (theoretischer und empirischer) Literaturbericht zu einem internationalen Gewalt- oder Sicherheitsphänomen, das die Studierenden mit Fokus auf ein Forschungspuzzle und eine Fragestellung besprechen. Der zweite Teil ist eine Datenauswertung, die bereits erhobene Daten aus Studien dieser Literatur oder eigenständig erhobene Daten bespricht, diskutiert und eine eigenständige, kurze Auswertung präsentiert. Der dritte Teil ist ein Forschungsdesign, bei dem die Studierenden eine eigene Forschungsfrage entwickeln, die ein Gewaltphänomen der internationalen Beziehungen betrifft und auf ein oder mehrere Theorien zu internationalen Beziehungen aufbaut. Dabei entwerfen die Studierenden eine Untersuchung zu einem konkreten internationalen Gewaltphänomen, ohne die empirische Analyse vollständig durchführen zu müssen. Der vierte (unbenotete) Teil umfasst eine Reflexion, die beide anderen Hauptteile zusammenbindet und die einzelnen analytischen Entwicklungsschritte des Studierenden während des Semesters nachvollzieht. Die Länge der Portfolio-Teile richtet sich nach der Studienordnung und sollte ungefähr einer 30/30/30/10-Aufteilung entsprechen.

Die Modul-Prüfungsnebenleistung (oder Teilnahmeschein) ist jeweils ein Memo, das die Studierenden zur Vorbereitung auf eine Sitzung anfertigen und während der Sitzung kurz vorstellen, diskutieren oder in die Gruppenarbeiten einbringen. Jedem Memo steht ein*e Diskutant*in gegenüber, der/die das Memo schriftlich auf Moodle und mündlich während der Sitzung kurz diskutiert und einordnet. Alle Studierenden müssen für die Teilnahme ein Memo und eine Diskussion übernehmen. Das Memo sollte ca. 1.000-1.500 Wörter umfassen. Die Diskussion umfasst ca. 500 Wörter. Die genauen Anforderungen besprechen wir im Seminar.

Lerninhalte

Das Seminar baut auf grundlegendem Wissen zu Phänomenen, Theorien und Methoden der internationalen Beziehungen auf. Erfolgreiche Studierende sollten die Kursmaterialien im Selbststudium eingehend vor- und nachbereiten und aktiv an den Sitzungen teilnehmen. Am Ende des Seminars werden die Studierenden damit

  • ein tiefgreifendes Wissen zu verschiedenen theoretischen und methodischen Ansätzen und empirischen Phänomenen über internationale Gewalt, sowie Friedens- und Konfliktstudien insbesondere in den internationalen Beziehungen haben (Reproduktion),
  • verschiedene theoretische und methodische Ansätze sowie institutionelle Phänomene und Dynamiken der IB mit Blick auf Friedens- und Konfliktfälle systematisieren, erklären, und in ihren Vor- und Nachteilen aufeinander beziehen können (Reorganisation),
  • verschiedene Fragestellungen zu internationalen Gewaltphänomenen im Bereich der internationalen Beziehungen anwenden und Fälle analysieren können (Transfer),
  • neue Fragestellungen mit Hilfe theorie- und methodengeleiteter Ansätze entwickeln, diese Ansätze nach ihrem analytischen Mehrwert beurteilen und ihre weitere Untersuchung planen können (Synthese und Evaluation).

Strukturbaum
Die Veranstaltung wurde 6 mal im Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026 gefunden:
Vorlesungsverzeichnis
Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Fakultät
Sozialwissenschaften
Master of Arts
Politikwissenschaft (Prüfungsversion ab WiSe 2016/17)
Vertiefungsbereich
MVMPUV200 - Advanced Political Studies I  - - - 1 offens Buch
Wahlbereich II
MVMPUV300 - Advanced Political Studies II  - - - 2 offens Buch
Grundlagenbereich
MGMPUV400 - Internationale Politik und internationale Organisationen  - - - 3 offens Buch
Verwaltungswissenschaft (Prüfungsversion ab WiSe 2016/17)
Wahlpflichtmodule
MGMPUV400 - Internationale Politik und internationale Organisationen  - - - 4 offens Buch
Master of Education
Politische Bildung (Prüfungsversion ab WiSe 2021/22)
Sekundarstufe I
Wahlpflichtmodule
MVMPUV024 - Internationale Politik II  - - - 5 offens Buch
Sekundarstufe II
Wahlpflichtmodule
MVMPUV024 - Internationale Politik II  - - - 6 offens Buch