In der Vorlesung wird ein Überblick über bedeutende Schulreformer von der Aufklärung bis zur Gegenwart gegeben. Dabei werden biographische Zugänge und zentrale Merkmale des schulischen Reformprojekts in den jeweiligen historischen Kontext eingeordnet und nach der Reichweite und Wirksamkeit gelingender Schulreform in der Schulwirklichkeit gefragt. Mit dem märkischen Philanthropen Friedrich Eberhard von Rochow und seinem Lehrer Heinrich Julius Bruns wird die flächendeckende Alphabetisierung im ländlichen Raum in Preußen eingeleitet (Reckahner Musterschule). Es folgen die für das höhere Schulwesen verdienstvollen Bildungsreformen von Friedrich Gedike (1. Abiturientenexamen) und Wilhelm von Humboldt (Konzeption des neuhumanistischen Gymnasiums). Bedeutende Impulse sind mit Helene Lange (Reform des höheren Mädchenschulwesens) an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert verbunden. Sodann werden im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts reformpädagogische Innovationen eines Wilhelm Gurlitt (Wandervogelbewegung), August Nebe (Reform der Internatserziehung), demokratisierende Schulreformen von Fritz Karsen (Karl-Marx-Schule Berlin-Neukölln) und ebenso von Wilhelm Blume (Schulfarm Insel Scharfenberg) vorgestellt. Nach dem Zweiten Weltkrieg werden auswahlweise schulische bzw. didaktische Zugänge von Lothar Klingberg (Dialektisch-orientierte Didaktik) und Kurt Hahn (Schule Salem) sowie Projekte aus der Reformära der BRD (Gesamtschule und Neugestaltung der gymnasialen Oberstufe) analysiert.Die Vorlesung will ein Diskussionsangebot sein, aktuelle Fragen der Schulreform historisch abgesicherter zu reflektieren.
Der Leistungsnachweis erfolgt über eine Klausur
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