Zur Seitennavigation oder mit Tastenkombination für den accesskey-Taste und Taste 1 
Zum Seiteninhalt oder mit Tastenkombination für den accesskey und Taste 2 

Foto: Matthias Friel

"Melusine" - Einzelansicht

Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer 250811
SWS 2 Semester SoSe 2014
Einrichtung Institut für Germanistik   Sprache deutsch
Weitere Links Kommentar
Belegungsfrist 01.04.2014 - 10.05.2014

Belegung über PULS
Gruppe 1:
     jetzt belegen / abmelden
    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Seminar Mo 14:00 bis 16:00 wöchentlich 07.04.2014 bis 14.07.2014  1.09.2.12 Dr. Klinger   50
Kommentar Für weitere Informationen zum Kommentar, zur Literatur und zum Leistungsnachweis klicken Sie bitte oben auf den Link "Kommentar".

Im 15. Jahrhundert überträgt Thüring von Ringoltingen eine befremdliche Geschichte aus dem Französischen: Der verarmte Adlige und Verwandtenmörder Reymund wird von der Fee Melusine zum Ehemann erwählt - unter der einzigen Bedingung, dass er sie nie beim Baden beobachtet. Das Paar lebt in Glück und Reichtum, bis Reymund eines Tages das Verbot übertritt. Als er Melusine heimlich bei ihrem Baderitual beobachtet, hat sie sich verwandelt. Ihr fruchtbarer Unterleib, der ihm zehn außergewöhnliche Söhne beschert hat, entpuppt sich als schuppiger Drachenschwanz.



Der Melusinenroman erzählt aber nicht nur von der scheiternden Ehe zwischen einem Sterblichen und einem übernatürlichen Mischwesen, von Tabu und Tabubruch, sondern auch von den Lebenswegen der Söhne, von Eroberungen, Niederlagen und weiteren Verwandtenmorden. Trotz all dieser Wechselfälle steht der Gründungsmythos eines adligen Geschlechts, das fortan Melusine im Wappen führt, im Zentrum des Romans. Damit lässt er sich als Erzählung über das Spannungsfeld von Natur und Kultur lesen und führt vor, wie der Adel seine Rolle in der Gesellschaft des Spätmittelalters zu legitimieren sucht. Zudem gibt der Text Aufschluss über die Umbesetzung mittelalterlicher Leitvorstellungen, über die Fremdheit des Wunderbaren im Verhältnis zur Religion sowie über die Abgrenzung von Natur und Zivilisation.
Literatur Textgrundlage zur Anschaffung: Thüring von Ringoltingen: Melusine. In der Fassung des "Buchs der Liebe" (1587) mit 22 Holzschnitten. Hrsg. von Hans-Gert Roloff. Stuttgart 1991 (reclam UB 1484).
Leistungsnachweis 2, 3, 4 LP - Hausarbeit, mündliches Prüfungsgespräch



Voraussetzung für den Erwerb von Leistungspunkten sind grundsätzlich immer regelmäßige Anwesenheit, Vorbereitung und aktive Teilnahme an den Seminardiskussionen. Für 2 LP ist die Beteiligung an einem Gruppenreferat (für 3 LP zusätzlich eine kurze schriftliche Ausarbeitung) zu erbringen, für 4 bzw. 2+3 LP zusätzlich eine Hausarbeit von 8-10 Seiten oder ein mündliches Prüfungsgespräch.

Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2014 , Aktuelles Semester: WiSe 2022/23