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Foto: Matthias Friel

Vom Ende der Türkenfurcht – Türkenbegeisterung und orientalische Sehnsüchte im Europa des 18. und frühen 19. Jahrhunderts - Einzelansicht

Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester WiSe 2016/17
Einrichtung Historisches Institut   Sprache deutsch
Weitere Links Kommentar
Belegungsfrist 04.10.2016 - 20.11.2016

Belegung über PULS
Gruppe 1:
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    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Seminar Di 12:00 bis 14:00 wöchentlich 18.10.2016 bis 07.02.2017  1.12.0.05 Prof. Dr. Asche 20.12.2016: Akademische Weihnachtsferien
27.12.2016: Akademische Weihnachtsferien
Kommentar

Der Diskurs über die Türkengefahr vom 15. bis zum 17. Jahrhundert gehört ebenso wie die Verzerrungen des Türkenbildes im 18. und 19. Jahrhundert zu den wirkmächtigsten und prägendsten Geschichtsbildern des christlichen Europa. Zählebige Türkenbilder und Klischees vom Orient, die Deutung der Siege der Christenheere über die Osmanen als Ausdruck der Überlegenheit des Christentums gegenüber dem Islam und die auf mangelnde gegenseitige Kenntnis zurückzuführenden Mißverständnisse – gepaart mit einem bis in die höchsten Funktionsträger strukturell reformunfähigen Osmanischen Staat – sowie nicht zuletzt der theologisch-dogmatische Wahrheits- und Absolutheitsanspruch von religiösen Vertretern beider Lager erschweren zuweilen noch bis heute einen fruchtbaren Dialog zwischen Orient und Okzident. Im Seminar sollen Aspekte dieser spannenden Umbruchszeit des 18. und frühen 19. Jahrhunderts behandelt werden, als sich das Osmanische Reich militärisch in der Defensive befand, mithin nicht mehr der „Erbfeind des christlichen Namens“ war, sondern sich – wenn auch unfreiwillig und notgedrungen – die Kulturkontakte mit dem christlichen Abendland durch Diplomaten- und Reiseberichte und wissenschaftliche Expeditionen (z.B. Napoleons Ägypten-Expedition) intensivierten. Gefragt wird einerseits nach der Perzeption und Rezeption der osmanisch-orientalischen Kultur im Sinne einer „Turkophilie“ oder gar „Turkomanie“ (z.B. „türckische“ Feste unter Verwendung von Türkenbeute, Kammermohren, Kaffeehauskultur, Turquerien, Türkenmoden, Türkenopern und Musik „alla turca“, Märchen aus dem Orient). Andererseits werden exemplarisch Aspekte der Öffnung des Osmanischen Reiches für europäische Kultureinflüsse thematisiert, die über Diplomaten und Experten an den Hof des Sultans gelangten, aber auch nach Gründen gesucht, warum die traditionalistisch strukturierte osmanische Gesellschaft sich mit ebendiesem Kulturaustausch so schwer tat.

 

Die erste Sitzung am 18.10.16 muss leider ausfallen.

Literatur

Klaus Kreiser, Der Osmanische Staat 1300–1922, 2. Aufl., München 2008; Josef Matuz, Das Osmanische Reich. Grundlinien seiner Geschichte, 6. Aufl., Darmstadt 2010; Gernot Heiss/Grete Klingenstein (Hgg.), Das Osmanische Reich und Europa 1683 bis 1789. Konflikt, Entspannung und Austausch, München 1983; Karl Vocelka (Hg.), Mitteleuropa und die Türken. Politische und kulturelle Beziehungen zwischen zwei Kulturkreisen, Wien 1984; Cornelia Kleinlogel, Exotik – Erotik. Zur Geschichte des Türkenbildes in der deutschen Literatur der frühen Neuzeit (1453–1800), Frankfurt am Main/Bern/New York/Paris 1989; Elçin Kürşat-Ahlers, Der Verwestlichungsprozeß des Osmanischen Reiches im 18. und 19. Jahrhundert. Zur Komplementarität von Staatenbildungs- und Intellektualisierungsprozessen, 2 Bde., Frankfurt am Main/London 2003; Nedret Kuran-Burçoglu, Die Wandlungen des Türkenbildes in Europa. Vom 11. Jahrhundert bis zur heutigen Zeit, Zürich 2005. Weitere Literatur wird im Seminar genannt.

Voraussetzungen

regelmäßige, aktive Teilnahme; Präsentation (keine Referate!); Paper; Hausarbeit


Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2016/17 , Aktuelles Semester: SoSe 2020