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Aufbruch und Ausbruch? Europäische Frauen im 18. und 19. Jahrhundert entdecken die Welt. - Einzelansicht

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Veranstaltungsart Übung Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester WiSe 2019/20
Einrichtung Historisches Institut   Sprache deutsch
Weitere Links Kommentar
Belegungsfrist 01.10.2019 - 10.11.2019   
Gruppe 1:
     Zur Zeit keine Belegung möglich
    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Übung Mo. 08:00 bis 10:00 wöchentlich 14.10.2019 bis 03.02.2020  1.09.2.03 Luther 23.12.2019: Akademische Weihnachtsferien
30.12.2019: Akademische Weihnachtsferien
Kommentar

Für weitere Informationen zum Kommentar, zur Literatur und zum Leistungsnachweis klicken Sie bitte oben auf den Link "Kommentar".

Das Reisen fungiert in der europäischen Bewusstseins- und Mentalitätsgeschichte seit jeher als alte Metapher, ist Kennzeichen des Lebens.
Das Modell des Reisens hat seine Ursprünge bereits in der christlichen Traditionsgeschichte, in der der Christ als Pilgerer, als Reisender, in Erscheinung trat. Im Zeitalter der Aufklärung des 18. Jahrhunderts wuchsen die Ansprüche, über die Grenzen der eigenen Welt hinauszublicken. Gleichzeitig bewirkten der gesellschaftliche Aufstieg des Bürgertums sowie die Verbesserung der Reisemodalitäten eine erstärkte Reisepraxis. Die räumliche Mobilität ermöglichte dem reisenden Subjekt auch eine soziale Mobilität, über die es sich von der eigenen Welt distanzieren und Zugang zu einer fremden Welt erhalten konnte.

 

Die Geschichte der Reiseliteratur reicht bis in die Antike zurück, zunehmend detaillierte Beschreibungen des Fremden finden sich jedoch erst in Quellen der Vormoderne. Mit der Erfindung des Buchdrucks wuchs im 16. und 17. Jahrhundert die Verbreitung von Reiseliteratur. Bereits in dieser Zeit schilderten Reisebeschreibungen vermeintliche Erfahrungstatsachen, die der vertrauten Welt Europas widersprachen. Seit dem 18. Jahrhundert lässt sich eine Flut publizierter Reisebeschreibungen konstatieren.

 

Die Praktiken des Reisens und Schreibens wurden in der Forschung stets als eher männliche Kulturformen deklariert, die sich Frauen erst im Laufe der Historie immer mehr aneigneten. Seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert bis heute reklamieren Untersuchungen zur Reise- und Reiseliteraturgeschichte, dass es reisende und über Reisen schreibende Frauen schon immer gegeben habe.

 

Im Seminar soll anhand ausgewählter europäischer Frauenfiguren, die sich aufmachten, die heimatlichen Gefilde zu verlassen und die Fremde zu bereisen, die weibliche Dimension des Reisens im 18. und 19. Jahrhundert untersucht werden. Zur Verortung unterschiedlicher Weiblichkeitsentwürfe werden auch zeitgenössische Geschlechterkonstruktionen und entsprechende gesellschaftliche Rollenerwartungen zu analysieren sein.

 

Da die Reisebeschreibungen der Europäerinnen einen direkten Zugang zu den historischen Akteurinnen und ihren individuellen Erfahrungen in der Fremde bieten, ist die Lektüre derselben für das Seminar essentiell. Vor diesem Hintergrund werden methodische Überlegungen zum Umgang mit Selbstzeugnissen einbezogen.

Literatur Suntrup, Rudolf/ Veenstra, Jan [Hrsg.]: Self-Fashioning. Personen(selbst)darstellung, Frankfurt/ Main 2003.
Brenner, Peter [Hrsg.]: Der Reisebericht. Die Entwicklung einer Gattung in der deutschen Literatur, Frankfurt/Main 1992.
Krasnobaev, Boris/ Robel, Gerd/ Zeman, Herbert [Hrsg.]: Reisen und Reisebeschreibungen im 18. und 19. Jahrhundert, Berlin 1980.
Hausen, Karin/ Wunder, Heide [Hrsg.]: Frauengeschichte – Geschlechtergeschichte,
Frankfurt/Main 1992.
Felden, Tamara: Frauen Reisen. Zur literarischen Repräsentation weiblicher Geschlechterrollenerfahrung im 19. Jahrhundert, New York 1993.
Pelz, Annegret [Hrsg.]: Frauen – Literatur – Politik, Hamburg 1988.
Potts, Lydia [Hrsg.]: Aufbruch und Abenteuer. Frauen-Reisen um die Welt ab 1785,
Frankfurt/Main 1995.
Scheitler, Irmgard: Gattung und Geschlecht. Reisebeschreibungen deutscher Frauen
1780–1850, Tübingen 1999.

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Die Veranstaltung wurde 9 mal im Vorlesungsverzeichnis WiSe 2019/20 gefunden:
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