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Foto: Matthias Friel

Propädeutik des jüdischen Denkens - Einzelansicht

Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester SoSe 2020
Einrichtung Institut für Jüdische Studien und Religionswissenschaft   Sprache deutsch
Weitere Links Kommentar
Belegungsfrist 20.04.2020 - 10.05.2020

Belegung über PULS
Gruppe 1:
     jetzt belegen / abmelden
    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson fällt aus am Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Seminar Di 12:00 bis 14:00 wöchentlich 21.04.2020 bis 21.07.2020  1.08.0.59 Holter  
Kommentar

Was ist jüdisches Denken? Diese häufig aufgeworfene und gerne kontrovers diskutierte Frage über den paradox anmutenden Begriff des jüdischen Denkens wird weniger in klaren Definitionen als in der Kanonisierung von Texten und AutorInnen beantwortet. Je nach religiösem oder ideologischem Standpunkt entstehen so sehr verschiedene Sammlungen an Texten der jüdischen Philosophie und Mystik.

Doch während Kanon und Definition heiß umkämpft sind, erfährt die methodisch und für Studierende entscheidendere Frage: Wie liest und versteht man Texte des jüdischen Denkens? eine eher stiefmütterliche Behandlung. 

Im Propädeutikum werden verschiedene methodische Ansätze der Philosophie- und Ideengeschichte, der politischen Philosophie, der Sprachphilosophie und des Dekonstruktivismus vorgestellt. Diese Ansätze werden dann exemplarisch an Texten aus dem Bereich des jüdischen Denkens erprobt und diskutiert. 

Gleichzeitig werden im Propädeutikum in den einzelnen Sitzungen auch verschiedene Grundtechniken des Studiums geübt, wie z.B. Exzerpieren, Rezensieren, Argumentieren, Response Paper und der philosophische Essay.

 

Literatur

Literatur zur Lektüre wird über Moodle zur Verfügung gestellt.

Die folgenden Texte oder Auszüge daraus werden gelesen:

  • Andreas B. Kilcher. "Einleitung: Zum Begriff der Jüdischen Philosophie.In Metlzer Lexikon Jüdischer Philosophen. Philosophisches Denken des Judentums von der Antike bis zur Gegenwart, herausgegeben von Andreas B. Kilcher et al. Stuttgart et Weimar: Metzler, 2003.
  • Strauss, Leo. Verfolgung und die Kunst des Schreibens. In Kunst des Schreibens, herausgegeben von Andreas Hiepko. Berlin: Merve Verlag, 2009.
  • Maimonides, Moses. Führer der Unschlüssigen, übersetzt u. Kommentar von Adolf Weiß. 2. Aufl. in 1 Bd. Hamburg: Felix Meiner Verlag, 1995.
  • Blumenberg, Hans. Die Legitimität der Neuzeit. 3. Auflage. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1997.
  • Spinoza, Baruch de. Tractatus theologico-politicus. Herausgegeben von Günter Gawlick und Friedrich Niewöhner. 2. Auflage. Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft, 2008.
  • Biale, David. Traditionen der Säkularisierung: Jüdisches Denken von den Anfängen bis in die Moderne. Göttingen et al: Vandenhoeck & Ruprecht, 2015.
  • Quentin Skinner. „Bedeutung und Verstehen in der Ideengeschichte,” in Die Cambridge School der politischen Ideengeschichte, herausgegeben von Martin Mulsow u. Andreas Mahler. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2010. 21-87.
  • Hess, Moses. Rom und Jerusalem. Die letzte Nationalitätsfrage. (1862) In Ausgewählte Schriften, ausgewählt und eingeleitet von Horst Lademacher. Köln: Joseph Melzer Verlag, 1962. 221-320.
  • Berlin, Isaiah. „Das Leben und die Ansichten von Moses Hess.” In Wider das Geläufige. Aufsätze zur Ideengeschichte. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch-Verlag, 1994
  • 321-367.
  • Rosenzweig, Franz. Das Büchlein vom gesunden und kranken Menschenverstand. Königstein: Jüdischer Verlag/ Athenäum, 1984.
  • Putnam, Hilary. Jewish Philosophy as a Guide to Life. Rosenzweig, Buber, Levinas, Wittgenstein. Bloomington et Indianapolis: Indiana University Press, 2008.
  • Scholem, Gershom. Die Jüdische Mystik in ihren Hauptströmungen. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 1980.
  • Idel, Moshe. Alte Welten Neue Bilder. Jüdische Mystik und die Gedankenwelt des 20. Jahrhunderts. Berlin: Jüdischer Verlag, 2012.
  • Derrida, Jacques. „Abraham, the Other.” In Judeities: Questions for Jacque Derrida. Herausgegeben von Bettina Bergo u. Michael B. Smith. New York: Fordham University Press, 2007. 1-35.
  • Lang, Ariella. "From Boys to Men: Gender Politics and Jewish Identity in »A Serious Man«” AJS Review 35,2 (2011). 383-391.
Bemerkung

Aufgrund der Covid 19-Pandemie kann das Seminar vorerst nicht in Präsenzform stattfinden. Nach der Belegung bekommen Sie das Passwort für den Moodle-Kurs geschickt und in einer ersten Videokonferenz wird der Seminarplan sowie der foglende Seminarablauf besprochen.

Im Rahmen der online Lehre findet die Lektüre der Texte wie gewohnt zu Hause statt und wird durch wöchentlich gestellte Aufgaben begleitet. Je nach Bedarf und technischer Umsetzbarkeit finden zu den Zeiten der Präsenzveranstaltung (Di 12-14 Uhr) Videokonferenzen statt, in denen die Texte, Aufgaben, etc. besprochen werden können. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit zur Video-Sprechstunde sowie einer intensiven Betreuung per Mail.

Mit aktiver Mitarbeit, d.h. Erledigung der wöchentlichen Aufgaben und dem Einreichen des Essays gilt das Seminar als bestanden. Das Thema des Essays wird von allen Teilnehmenden des Seminars bis zum 29.06.2020 gemeinsam festgelegt.

Auch bei Wiederaufnahme der Präsenzform im Laufe des Semesters bleibt die Möglichkeit das Seminar in Onlineform abzuschließen weiter bestehen.

Leistungsnachweis

1 Leistungspunkt entspricht ca. 30 Arbeitsstunden.

Jüdische Studien: 3 LP: Lektüre + wöchentliche Aufgaben + Essay (10.000 Zeichen ca. 5 Seiten)

Philosophie: 4 LP: Lektüre + wöchentliche Aufgaben + Essay (20.000 Zeichen ca. 10 Seiten)

Studium Plus: 3 LP Lektüre + wöchentliche Aufgaben + Essay (10.000 Zeichen ca. 5 Seiten)


Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2020 , Aktuelles Semester: WiSe 2020/21