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Foto: Matthias Friel

Zur Banalität des Bösen (Pošlost) von Gogol bis Nabokov - Einzelansicht

Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester WiSe 2021/22
Einrichtung Institut für Slavistik   Sprache deutsch
Weitere Links Kommentar
Belegungsfrist 01.10.2021 - 10.11.2021

Belegung über PULS
Gruppe 1:
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Seminar Di 16:00 bis 18:00 wöchentlich 26.10.2021 bis 15.02.2022  Online.Veranstaltung Prof. Dr. Wöll 21.12.2021: Akademische Weihnachtsferien
28.12.2021: Akademische Weihnachtsferien
Kommentar

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Für Nikolaj Gogol‘ ist der Mensch an sich gut, wird aber durch die Banalitäten des Alltags im Laufe seines Lebens immer weiter korrumpiert und dem Bösen zugeführt. Davon handelt sein Roman „Die toten Seelen“, der in diesem Seminar im Zentrum steht. Seither wird das Böse in der russischen Kultur unter dem Begriff „poslost‘“ verhandelt. Um dieses Thema kreist auch das ganze Werk von Vladimir Nabokov, der Gogol’s Ideen aufgreift und weiterentwickelt. Seit Zar Peter I. den russisch-orthodoxen Patriarchen abgesetzt hatte, entwickelte sich Literatur in Russland zu einer Art Religionsersatz, wobei Schriftsteller die Bosheit und moralische Verkommenheit der Machthaber anklagten. Dabei wurden die Schriftsteller in der Nachfolge des Gedichts „Prorok“ (von Puskin) zu Propheten stilisiert. Vor diesem Hintergrund entwirft Lermontov in seinem „Demon“ zudem noch eine von der westeuropäischen Mephisto-Tradition stark abweichende kulturelle Version. Aufgrund dieses Sonderweges hat das Böse in der russischen Kultur bis heute eine andere Stellung, die Außenstehende schwer verstehen. Wir wollen diese Unterschiede anhand von ausgewählten Texten aus dem 19. Jahrhundert bis heute komparatistisch an exemplarischen literarischen Beispielen analysieren.

Literatur

Karl Heinz Bohrer: Imaginationen des Bösen. Für eine ästhetische Kategorie. München: Hanser 2004.

Sergej Davydov: "Poshlost'"; in: V. Alexandrov (Hg.): The Garland Companion to Vladimir Nabokov. London: Routledge 1995, S. 628–632.

Terry Eagleton: Das Böse. Berlin: Ullstein Verlag, Berlin 2011.

Urs Heftrich: Gogol's Schuld und Sühne. Versuch einer Deutung des Romans "Die toten Seelen". Hürtgenwald: Pressler, 2004.

Jessica Kravets: Das "Böse" im russischen Symbolismus. Bal'mont – Brjusov – Sologub – Remizov – Belyi – Blok. München: Verlag Otto Sagner, 2012.

Michael Maar: Solus Rex. Die schöne böse Welt des Vladimir Nabokov. Berlin: Berlin-Verlag, 2007.

Erich Poyntner: Der Zerfall der Texte. Zur Struktur des Hässlichen, Bösen und Schlechten in der russischen Literatur des 20. Jahrhunderts. Frankfurt am Main: Lang 2005.

Bodo Zelinsky: Das Böse in der russischen Kultur. Köln: Böhlau 2008.


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Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2021/22 , Aktuelles Semester: WiSe 2022/23