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Foto: Matthias Friel

Ramón María del Valle-Inclán (1866-1936) oder die politische Kraft obszöner Ästhetik - Einzelansicht

Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester WiSe 2021/22
Einrichtung Institut für Romanistik   Sprache deutsch
Weitere Links Kommentar
Belegungsfristen 01.10.2021 - 10.11.2021

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01.10.2021 - 10.11.2021

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Seminar Mi 14:00 bis 16:00 wöchentlich 27.10.2021 bis 16.02.2022  1.19.1.19 Dr. Lenz 22.12.2021: Akademische Weihnachtsferien
29.12.2021: Akademische Weihnachtsferien
Kommentar

Sucht man nach radikalen Schriftsteller*innen und Kritiker*innen etablierter ästhetischer und literarischer Maßstäbe, so kommt man bezüglich der spanischen Literaturgeschichte am Galizier Ramón María del Valle-Inclán (1866-1936) kaum vorbei. Obwohl der Generación del 98 zugerechnet, reicht die Wirkkraft seiner Romane und Theaterstücke weit über die politischen und ästhetischen Zielsetzungen dieser wichtigen historischen Formation und den späteren Bewegungen der sog. historischen Avantgarden hinaus.

Valle-Incláns radikale, ‚respektlose‘-parodistische und bösartig-sarkastische Texte und Motive dekonstruierten nicht nur die Starre, die oberflächliche Moralität, den dumpfen Patriotismus sowie den Nationalismus und die Brutalität innerhalb der spanischen Gesellschaft der Jahrhundertwende und der sie beherrschenden Institutionen, sondern können als wegweisend für zahlreiche europäische Romanautor*innen, Dramaturg*innen und Regisseur*innen verstanden werden. Das mit seinem Namen eng verbundene Genre des Esperpento war dabei ein Instrument, Sarkasmus und Kritik effektvoll mit ästhetischer und dramatischer Dichte zu verbinden.

Natürlich werden wir uns auch diesem Phänomen und der Machart einer Ästhetik des Schocks, des Hässlichen und des Obszönen widmen, welche als Gattung selbst sowie als strategischer Bestandteil von Theaterstücken und Filmen keineswegs auf Valle-Inclán beschränkt blieb.

Anhand ausgewählter Texte werden wir somit gemeinsam versuchen, vor den historischen Hintergründen, aber nicht allein auf diese beschränkt, ein Bild dieses herausragenden Autors zu entwickeln und zugleich zu fragen, inwieweit er Antworten, aber auch Möglichkeiten der Kritik für eine Gegenwart bereithält, deren Probleme zwar andere zu sein scheinen, aber dennoch nach wie vor nach aufrüttelnden ästhetischen Artikulationsformen sucht, welche fernab eines rein passiven Publikums Komplexität in die schockierende Gegenwart des Lesens, Sehens und Hörens stellen können.

Literatur

Einführende Literatur zu Ramón del Valle-Inclán:

 

Spanisch:

Fernández Almagro, Melchor: Vida y literatura de Valle-Inclán. Pamplona: Urgoiti Editores S.L., 2007.

 

Englisch:

Lima, Roberto: Ramón del Valle-Inclán. New York: Columbia University Press, 1972.

Lima, Roberto: Valle-Inclán: The Theatre of His Life. Columbia: University Press of Missouri, 1988.

Voraussetzungen

Lesekenntnisse Spanisch auf mittlerem Niveau wären wünschenswert.

Leistungsnachweis

Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Bestehen des Kurses:

 

Bis 3 LP:

Regelmäßige und aktive Mitarbeit und Beteiligung am Seminar und Vorbereitung eines Referates mit Handout.

 

Bei mehr als 3 LP:

Zusätzlich zu Referat und Handout: Verfassen einer Seminararbeit von ca. 12 Seiten.


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Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester WiSe 2021/22 , Aktuelles Semester: SoSe 2022