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Foto: Matthias Friel

Literarische Übersetzung (auch im Selbstversuch): Russische Poesie der Gegenwart vom Konzeptualismus zum Aktionismus - Einzelansicht

Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester SoSe 2022
Einrichtung Institut für Slavistik   Sprache deutsch
Belegungsfristen 01.04.2022 - 10.05.2022

Belegung über PULS
01.04.2022 - 10.05.2022

Belegung über PULS
Gruppe 1:
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    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson Ausfall-/Ausweichtermine Max. Teilnehmer/-innen
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Seminar Fr 14:00 bis 18:00 14-täglich 22.04.2022 bis 29.07.2022  1.22.0.37 Dr. Hänsgen  
Kommentar

Das Seminar bietet die Möglichkeit, sich in der Übersetzung zeitgenössischer Literatur zu versuchen. Im Zentrum steht die Poesieübersetzung anhand ausgewählter Werke aus zwei wichtigen Strömungen der russischen Gegenwartskultur.

Vor dem Hintergrund theoretischer Diskussionen werden wir uns zur Einstimmung auf die eigene Praxis der Analyse von Übersetzungen aus dem Moskauer Konzeptualismus widmen. Dabei wird uns interessieren, wie Semantik, Intonation, Rhythmus und Klang in der Poesieübersetzung zusammenwirken, aber auch wie bei einer performativen Literatur über die wortgetreue Übersetzung hinaus der sprachliche Akt als Redeweise zu erfassen ist.

Der Moskauer Konzeptualismus der 1970er und 1980er Jahre bedeutet eine besondere Herausforderung für die Übersetzung, da hier ganz unterschiedliche Schichten der zeitgenössischen russischen Sprache – von den offiziellen politischen Artikulationen (Losungen, Manifeste, Instruktionen) bis zur tabuisierten obszönen Alltagsrede – als Material der poetischen Reflexion entdeckt wurden. Im gegenwärtigen Russland knüpfen junge Dichter und Dichterinnen an diese Poetik der kulturellen Selbstreflexion an, um sie zugleich bei ihrer Suche nach Möglichkeiten direkter politischer Aktion und gesellschaftlicher Intervention zu überschreiten

Die Auswahl von Texten für die Neuübersetzung soll gemeinsam im Seminar getroffen werden - im direkten Austausch mit russischen Autor:innen und Herausgeber:innen, wie Pavel Arsen’ev und Roman Osminkin (Laboratorium des poetischen Aktionismus / Zeitschrift Translit) oder Galina Rymbu, die mit F pis’moeine Internetplattform für neue russische feministische Poesie begründet hat.

Wie im Moskauer Konzeptualismus spielen in der gegenwärtigen russischen Poesie Performance-Lesungen eine wichtige Rolle, und darüber hinaus werden Verbreitungsformen der Poesie über Musik, Video und soziale Netzwerke erprobt. Für die Veröffentlichung der im Seminar angefertigten Übersetzungen werden wir insofern auch nach medialen Formaten jenseits des Gutenbergschen Buchs Ausschau halten.

 

Die Arbeitsmaterialien werden über Moodle zur Verfügung gestellt.

 

14-tägige Blockveranstaltung:

22.04. 2022

06.05. 2022

20.05. 2022

03.06. 2022

17.06. 2022

01.07. 2022

15.07. 2022

Die Slavistin und Medienwissenschaftlerin Sabine Hänsgen ist unter dem Pseudonym Sascha Wonders (gemeinsam mit Günter Hirt) auch als literarische Übersetzerin hervorgetreten. Zu ihren Publikationen zählen u.a.: Kulturpalast. Neue Moskauer Poesie und Aktionskunst. Mit Tonkassette und Karteikartensammlung, Wuppertal 1984; Lianosowo. Gedichte und Bilder aus Moskau. Mit Tonkassette und Fotosammlung, München 1992; Präprintium. Moskauer Bücher aus dem Samizdat. Mit Multimedia CD, Bremen 1998, Moskau – Konzept – 1985. Videostücke: Performance – Poesie – Ateliers, Wuppertal (Digitale Re-edition) 2021. Seit 2017 ist sie auch als Kuratorin an dem Ausstellungsprojekt „Poetry & Performance. The Eastern European Perspective“ beteiligt, das zurzeit durch Europa tourt.

 

Literatur

Henri Meschonnic: Ethik und Politik des Übersetzens. Aus dem Französischen von Béatrice Costa. Herausgegeben und mit einem Nachwort von Hans Lösener und Vera Viehöver, Berlin 2021.

Leistungsnachweis


2 LP

3 Übersetzungen (3 Gedichte)


Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2022 , Aktuelles Semester: WiSe 2023/24