Zur Seitennavigation oder mit Tastenkombination für den accesskey-Taste und Taste 1 
Zum Seiteninhalt oder mit Tastenkombination für den accesskey und Taste 2 

Foto: Matthias Friel

Giacomo Leopardi - Einzelansicht

Veranstaltungsart Seminar Veranstaltungsnummer
SWS 2 Semester SoSe 2022
Einrichtung Institut für Romanistik   Sprache deutsch
Belegungsfristen 01.04.2022 - 10.05.2022

Belegung über PULS
01.04.2022 - 10.05.2022

Belegung über PULS
Gruppe 1:
     jetzt belegen / abmelden
    Tag Zeit Rhythmus Dauer Raum Lehrperson Ausfall-/Ausweichtermine Max. Teilnehmer/-innen
Einzeltermine anzeigen
Seminar Di 14:00 bis 16:00 wöchentlich 19.04.2022 bis 26.07.2022  1.19.4.15 Prof. Dr. Klettke  
Kommentar

In diesem Masterseminar soll das Profil eines der herausragendsten italienischen Schriftsteller erstellt werden. Giacomo Leopardi (1798-1837) war in seinem Denken seiner Zeit voraus. Er übte Kritik an der Vernunft und deren Reduktion auf zweckrationale Denkformen und brandmarkte bereits die dem Fortschritt als Projekt der Moderne inhärenten destruktiven Kräfte. In seinem Werk nimmt Leopardi damit gleichsam visionär die Befindlichkeiten der Postmoderne vorweg. Er inspirierte Nietzsche und steht am Anfang einer zivilisations- und kulturkritischen Entwicklung, die ihre Wurzeln in der europäischen Aufklärung hat.

Die Veranstaltung findet im Rahmen der neugegründeten Forschungsstelle Leopardi an der Universität Potsdam statt. Diese Forschungsstelle ist der Vorbereitung einer kommentierten deutschsprachigen Gesamtausgabe des Zibaldone von Leopardi, diesem 4526 Seiten umfassenden Gedankenbuch Leopardis, gewidmet. In diesem Zusammenhang werden die Beziehungen zwischen der italienischen und der deutschen Kultur und Literatur vom Ende des 18. bis in die ersten Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts erforscht. Das Seminar wird flankiert von einem Workshop zum „Zibaldone tedesco“, der am 5. Juli 2022, 16:00 Uhr, stattfindet.

Das Leopardi-Seminar führt anhand von prominenten Beispielen aus der Lyrik in die spezifische Poetik und Ästhetik sowie die philosophische Reflexion dieses Autors ein. Flankierende Textbeispiele aus dem Zibaldone di pensieri (1817-32) liefern die theoretische Legitimation der dichterischen Praxis und geben zugleich einen Einblick in die besondere Struktur dieses Labyrinths seiner Gedanken. Einen letzten Schwerpunkt bildet die Analyse und Interpretation von ausgewählten Texten aus den Operette morali (EA 1827).

Ziel ist eine Diskussion des gegenwärtigen Forschungsstands sowie die Entwicklung möglicher neuer Perspektiven der Leopardi-Forschung. Themen sind u.a. die Fragen von Glück und Unglück, Freude und Traurigkeit, Lust und Weltschmerz bzw. Lebensekel, Wahrheit und Illusion bzw. Täuschung, Natur und Vernunft, Natur und Kultur, Wildheit und Zivilisation, Einfalt und Manieriertheit, Mensch und Tier, Körper, Seele und Geist. Einen zentralen Themenschwerpunkt bildet neben der Reflexion der antiken, englischen, französischen und spanischen Inspirationsmodelle Leopardis die Frage nach der Intertextualität zur deutschen Literatur und Philosophie der Aufklärung, des Sturm und Drang, der Klassik und der Romantik.

 

Literatur

Empfohlene Literatur (zur Einführung):

-        Costadura, Edoardo / Di Maria, Diana / Neumeister, Sebastian (Hg.): Leopardi und die europäische Romantik. Akten der 23. Jahrestagung der Deutschen Leopardi-Gesellschaft in Jena, 7.-9. Nov. 2013. Heidelberg 2015.

-        D’Intino, Franco / Maccioni, Luca (Hg.): Leopardi: guida allo Zibaldone. Roma 2016.

-        D’Intino, Franco / Natale, Massimo (Hg.): Leopardi. Roma 2018.

-        D’Intino, Franco: La caduta e il ritorno. Cinque movimenti dell’immaginario romantico leopardiano. Macerata 2019.

-        Klettke, Cornelia / Neumeister, Sebastian (Hg.): Giacomo Leopardi – Dichtung als inszenierte Selbsttäuschung in der Krise des Bewusstseins. Akten des Deutschen Leopardi-Tages 2015. Berlin 2017 (Ginestra. Periodikum der Deutschen Leopardi-Gesellschaft, 25/26).

-        Mathieu, Carlo: La voce dei «Canti». Prosodia e intonazione nella lirica di Giacomo Leopardi. Roma: Aracne 2015.

-        Hans Ludwig Scheel und Manfred Lentzen (Hg.), Giacomo Leopardi. Rezeption, Interpretation, Perspektiven. Stauffenburg Colloquium. Tübingen: Stauffenburg, 1992.

Bemerkung

Das Seminar findet in Präsenz statt, einige Sitzungen werden online durchgeführt. Die entsprechenden Daten hierzu werden in der ersten Sitzung des Semesters bekanntgegeben.

Die Lehrveranstaltung beginnt am 26. April.

Leistungsnachweis

Testat: Referat


Strukturbaum
Keine Einordnung ins Vorlesungsverzeichnis vorhanden. Veranstaltung ist aus dem Semester SoSe 2022 , Aktuelles Semester: WiSe 2023/24