Ist die Ukraine in Bezug auf ihre Flüsse ein zwischen Asien und Europa geteilter Raum? Können die politische Spaltung und aktuelle militärische Handlungen auf den Flussverlauf zurückgeführt werden?Der Dnipro (russ. Dnepr) – der längste Strom der Ukraine und nach Volga und Donau der drittgrößte Fluss in Europa – ist als Symbol und Bedeutungsträger zentral für die Kultur der Ukraine, aber auch für Russland wichtig. Warum?Ziel des Seminars ist es, folgende dominante Konzeptionen zum Dnipro zu untersuchen: Ursprungsquelle der slavischen Orthodoxie, Lebensraum der Kosaken, sowjetischer Industriestandort, Schauplatz der Reaktorkatastrophe sowie Landschaftsgrenze zwischen Ost und West. Aus verschiedenen Perspektiven wird die komplexe Konstruktion des Dniproraums diskutiert. Analysiert werden dabei unterschiedliche Medien (Texte, Bilder, Filme), Gattungen (Prosa, Lyrik, Publizistik) und (national-)politische Funktionalisierungen (ukrainische Nationalbewegung, kommunistische Ideologie, neoimperiales Großraumdenken). Wir gehen von literarisch und kulturell relevanten Texten aus (Nestorchronik, Taras Sevcenko, Nikolaj Gogol’, Oleksandr Dovzenko, Iosif Brodskij und Jurij Andruchovyc), eröffnen einen zeitlich weiten Blick auf den Raum des östlichen Europas und hinterfragen nicht zuletzt Putins vermeintlich historische Argumente für die sogenannte „spezielle Militäroperation“.
3 LP: Aktive Teilnahme + Referat6 LP (Schlüsselkompetenzen): Aktive Teilnahme + Hausarbeit im Umfang von 15 Seiten
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