Bei der Beschreibung des übersetzerischen Schaffens Henryk Bereskas (1926-2005) wird häufig auf die Metapher des „Fährmanns“ zurückgegriffen, die er einst in einem seiner Gedichte selbst prägte. Bereska übersetzte nicht nur polnische Literatur ins Deutsche, sondern er übertrug, er vermittelte polnische Literatur und Kultur in Deutschland, fast vier Jahrzehnte lang vor allem in der DDR. Viele polnische Autor:innen hätten ohne seine Übersetzungskunst, ohne seine Beharrlichkeit und sein Engagement das deutsche Lesepublikum nicht erreicht. In den vergangenen zwanzig Jahren sind einige umfangreichere und viele kleinere Beiträge, die Bereska umtriebiges Übersetzen und Agieren beleuchten, entstanden und doch gibt es noch immer Neues zu entdecken – seine Zusammenarbeit mit Verlagen, seine publizistischen Arbeiten, sein eigenes lyrisches Schaffen (der Lyriker Bereska übersetzte übrigens vor allem Prosa und Dramen) und vieles andere mehr.
Nicht zufällig fällt dieses Projektseminar in das Jahr des 100. Geburtstags von Henryk Bereska. Sein Schaffen wird im Zentrum eines Workshops in Slubice/Frankfurt stehen, an dem sich Studierende aus acht deutschen und polnischen Universitäten beteiligen. Drei Studierende werden auch aus diesem Seminar für eine Teilnahme am Workshop und die Zusammenarbeit mit Studierenden aus Poznan vorgeschlagen. In der Arbeitsgruppe wird ein Schwerpunkt auf der Übersetzung der bisher unübersetzten Kindergedichte Bereskas liegen sowie auf seinen Übersetzungen polnischer Märchen. Der Workshop wird vom 31.5.-3.6.2026 im Polonicum in Slubice stattfinden.
Neben der beschriebenen Möglichkeit, das Seminar in einer interkulturellen Arbeitsgruppe zu absolvieren, kann das Seminar jedoch auch durch wöchentliche Seminarsitzungen und eine Einzel- bzw. Kleingruppenpräsentation erfolgreich abgeschlossen werden. In den Seminarsitzungen liegt der Fokus auf einer breiten Beschäftigung und Auseinandersetzung mit dem translatorischen Wirken Bereskas als Übersetzer, Herausgeber und Gutachter sowie auf der Rezeption seiner Übersetzungen.
Referat + Gruppenpräsentation
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